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Nr. 310/ 2011



Mittelschulverbund in den letzten Abstimmungen vor dem Schulbeginn
Schulleitungen der Mittelschulen Traunstein, Waging und Chieming freuen sich auf die Zusammenarbeit

Traunstein/ Waging/ Chieming (awi). Nach der Vertragsunterzeichnung des Mittelschulverbundes Traunstein im Frühjahr diesen Jahres durch den Stadtoberbürgermeister Traunsteins und die Gemeindebürgermeister aus Waging und Chieming wird es jetzt "ernst": Mit beginn des neuen Schuljahres starten auch die Mittelschulen in ihrer Zusammenarbeit. Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die Schul-Kooperation, die rund 1.000 Schüler aus acht Gemeinden betrifft, ausführlich besprochen wurde, das Lehrkollegium der drei Schulen zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch zusammen gekommen ist, haben sich nun am Donnerstag die Schulleiter der drei Schulen in den Räumlichkeiten der Kohlbrennerschule getroffen, um über letzte Detailfragen zu sprechen. Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es zu den bereits im Vorfeld getroffenen Koordinationen auch künftig noch eine Reihe von Absprachen zwischen den Schulen, aber auch zwischen den verantwortlichen Sachbearbeitern in den Gemeinden geben werde. Man sei jedoch auf einem guten Weg und freue sich über die gefundene Lösung.

In der Gemeinde Chieming, in der es neben der neu benannten Mittelschule auch weiterhin eine Grundschule gibt wird es in diesem Schuljahr jeweils eine Klasse in den Jahrgangsstufen fünf bis neun geben. Der M-Zug wird in Traunstein unterrichtet. In Waging wurden 14 Klassen in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn gebildet. Der M-Zug wird wie bisher in Waging unterrichtet. In Traunstein als größte Einheit werden bei insgesamt 24 Klassen die Jahrgangsstufen fünf bis zehn ebenfalls durchgängig unterrichtet.

Der Traunsteiner Mittelschulleiter Hubert Schmid, der zugleich Koordinator des Schulverbundes ist, betonte dabei, dass es für die Schulen wichtig sei, dass keine Schüler neu in die jeweils andere Schule gefahren werden müssten. "Das kann sich später einmal ändern, aber derzeit ist das nicht nötig." Der wohnortnahe Schulbesuch sei in dem Mittelschulkonzept gesichert. Auch die Stellvertretende Traunsteiner Schulleiterin Ulrike Hoernes ergänzte: "Uns ist wichtig, dass alle Kinder das gleiche Angebot haben. Alle haben die gleichen Möglichkeiten in den drei Schulen." Pflichtstunden, Berufsorientierung und praktische Fächer würden in allen Schulen gleich angeboten. Dass die Umstrukturierung ein Kraftakt ist, der gerade in der Region nicht ganz einfach war, betonte der neue Chieminger Schulleiter Alexander Fietz: "So eine Umsetzung ist in München viel leichter umzusetzen als in dem flächenmäßig großen Landkreis Traunstein, in dem große räumliche Distanzen zu überbrücken sind." Auch sei in manchen Gesprächen mit Eltern im Vorfeld des Schulstarts das Thema "Mittelschule" noch nicht ganz "angekommen". Eltern würden hier zwischen früherer Haupt- und jetziger Mittelschule wenig Unterschied machen sondern seien insbesondere froh, dass vor Ort wohnortsnah ein gutes Angebot bestünde. Gleichzeitig wolle man auch zeigen, dass sich auch bei der Umbenennung der Hauptschulen in Mittelschulen die verantwortlichen Personen, Lehrer und Schulleitungen nicht geändert hätten gleich geblieben seien.

Doris Huber, verantwortlich für die Waginger Mittelschule betonte, dass es in den Schulen ausreichend Räumlichkeiten gäbe, die effektiv und sinnvoll genutzt werden könnten, machte aber auch deutlich, dass es in einigen Jahren womöglich eine "Jongliererei" geben könne. Diese Auffassung teilten auch ihre Amtskollegen: Alle vier Gesprächsteilnehmer erwarten, dass sich mittel- bis langfristig weitere Verschiebungen und Konzentrationen bei rückläufigen Schülerzahlen ergeben werden. Die Schule am Ort solle aber so lange "gehalten werden, wie es geht" betonte Fietz. Für die Entwicklung der Kinder sei es wichtig, dass diese "möglichst lange in ihren örtlichen sozialen Beziehungen bleiben" betonte er in Übereinstimmung mit den Anwesenden. Dass soziale Kompetenzen in der Schule gefordert und gefördert werden machten alle Schulleiter am Beispiel der Patenschaften deutlich, in denen zumeißt Neuntklässler Mitverantwortung für (neue) Fünft- beziehungsweise in der Grundschule Erstklässler tragen würden.

Alle vier Gesprächspartner waren sich einig, dass das gefundene Konzept eine gute Lösung sei und ein gewisses, gesundes "Lampenfieber" auf den neuen Schulstart am kommenden Dienstag war bei den vier Schulverantwortlichen - ob mit oder ohne neuen Schultitel - unverkennbar. Und das dürften Schulleitungen, Lehrerkollegium und Schüler in jedem Fall gemeinsam haben.

 

 

Letzte Abstimmungen und Koordinationen trafen gestern die Schulleiter der drei Mittelschulen Traunstein, Waging und Chieming, die sich im Frühjahr diesen Jahres zum Schulverbund Traunstein zusammengeschlossen haben. Von Links: Alexander Fietz (Grund- und Mittelschule Chieming), Doris Huber (Mittelschule Waging) und Hubert Schmid (Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule Traunstein) der zugleich auch Koordinator des Mittelschulverbundes ist.

Andreas Wittenzellner
Autorenkürzel: awi

 

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